Aktuelles

Gespräch in Mainz

Am 18. August 2020 traf sich unsere BIGBIM, vertreten durch den stellv. Vorsitzenden Peter Querbach, gemeinsam mit Vertretern anderer Bahnlärm – BIs in Mainz mit Andy Becht, Staatssekretär im Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Landwirtschaft und Weinbau.

In einem Kurzreferat betonte  Peter Querbach die negativen Folgen des durch laute Güterzüge verursachten Lärms auf den Tourismus und stützte sich dabei u.a. auf die ersten Ergebnisse der kürzlich gestarteten Tourismusumfrage.

Durch die geplante  erhöhte Güterzugfrequenz von bis zu 200 Güterzügen pro Tag werde die Bevölkerung  und deren Gäste besonders auch durch den Tunneleffekt und die Schallsituation des engen Moseltals besonders belästigt und deren Gesundheit geschädigt. Auch die Ortschaften der gegenüberliegenden Moselseite seien betroffen.

Querbach formulierte die kurzfristig umsetzbaren  Forderungen der BIGBIM:

– Geschwindigkeitsreduzierung bei Ortsdurchfahrten, besonders für Gefahrguttransporte

– Installation von Messstellen im Moseltal mit dem Ziel wagenscharfer Messungen zwecks Erfassung  des defekten Materials.

– Ankündigung der Gefahrguttransporte bei den zuständigen Verwaltungen und Katastrophenschutz

Staatssekretär Becht nahm die Situationsschilderung und die Forderungen dankend zur  Kenntnis.

Die Forderung nach einer Geschwindigkeitsreduzierung wird im Hinblick auf ihre Durchführbarkeit in der Fachabteilung diskutiert werde.

Zum Abschluss versprach der Staatssekretär sich in naher Zukunft selbst ein Bild und Gehör von der augenblicklichen Situation an der Mosel zu verschaffen.

Tourismus und Bahnlärm: Umfrage gestartet

27.07.2020

Wir wollen herausfinden, in wieweit die Betreiber touristischer Stätten im Moseltal Beeinträchtigungen ihres Betriebs fürchten, wenn der Bahnlärm weiter zunimmt.

Was ist Ihre Meinung – muss der Lärm- und Erschütterungsschutz an der Mosel verbessert werden?

Achtung: Teilnehmen an der Umfrage dürfen ausschließlich die Betreiber touristischer Betriebe im Moseltal.

Hier geht es zur Umfrage:

https://docs.google.com/forms/d/e/1FAIpQLSet8XRlOB-mjldZ3Et-qiNdbjorLrd36yeVuw0XcmUXLyL07Q/viewform

12. November 2019: Überreichung unseres 10 Punkte-Programms zur Lärmreduzierung an Rhein und Mosel gemeinsam mit dem Arbeitskreis Bahnlärm Rhein-Mosel an Verkehrsstaatssekretär Enak Ferlemann

11.06.2019 PRESSEMITTEILUNG

Kein Bestandsschutz wegen Schwarzbau? Bahn auch an der Mosel unter Druck

Nicht nur am Rhein, sondern auch an der Mosel werden Anwohner und Touristen durch steigenden Güterzuglärm belastet. Die Strecke aus den 1870er Jahren wird aktuell für die Aufnahme von internationalen Güterzugdurchfahrten ertüchtigt.

Bereits seit Jahren formiert sich unter den Anliegern und Kommunen Widerstand dagegen, dass trotz des Ausbaus der Strecke und der steigenden Zugzahlen keine Investitionen in Lärm- und Erschütterungsschutz getätigt werden. Dies sei gesetzlich nicht vorgeschrieben, denn diese Strecke genieße historischen „Bestandschutz“ – der Betrieb müsse daher keinerlei Grenzwerte einhalten, so die Argumentation der Bahn bislang.

Die BIGBIM (Bürgerinitiative gegen Bahnlärm im Moseltal e.V.), in der neben Anwohnern zwischen Koblenz und Trier auch mehrere Kommunen vertreten sind, stellte im Februar 2019 eine Anfrage nach dem Vorliegen von Genehmigungsunterlagen zum Betrieb der Bahnstrecke 3010 Koblenz-Perl.

Die in diesen Tagen erfolgte Antwort der DB Netz AG zeigt aus Sicht der BIGBIM: Auch an der Moselstrecke ist es anscheinend unterblieben, beim Bau der Strecke die damals geltenden Vorschriften zum Beispiel zur Planfeststellung einzuhalten.

„Wir müssen die Sachlage jetzt auch an der Mosel von Experten analysieren und bewerten lassen“ so Max Op den Camp von der Bürgerinitiative. „Wenn sich der Verdacht erhärtet, dass die Moselstrecke unter Missachtung damaliger Rechtsnormen errichtet und betrieben worden ist, dann genießt sie in der derzeitigen Form auch keinen Bestandsschutz. Das würde eine Riesenchance für die Region bedeuten, durch bauliche Veränderungen und Tempolimits eine dringend nötige Verbesserung der Lärm- und Sicherheitslage im Moseltal zu erreichen. Wir blicken aktuell mit großer Spannung auf die Entwicklungen am Rhein.“

18.04.2019. Bahnlärmresolution der Moselkommunen in Mainz überreicht siehe Link: 

Bahnlärmresolution Moselkommunen

https://swrmediathek.de/player.htm?show=20e8a7d0-4f35-11e9-8feb-005056a10824

25.03.2019 “Aktionsbündnis zur Bahnlärmreduzierung im Unteren Mittelrheintal und im Moseltal” in Weißenthurm gegründet

Am 25.03.2019 ist von zahlreichen Kommunen, Landtags- und Bundestagsabgeordneten sowie uns Bürgerinitiativen die Gründung des oben genannten gemeinsamen Bündnisses beschlossen worden. Die Veranstaltung fand auf Initiative von uns Bahnlärm – BIs an Rhein und Mosel (“Arbeitskreis Bahnlärm Rhein-Mosel”) statt. Eingeladen hatte die Verbandsgemeinde Weißenthurm. Gekommen sind mehrere Bundestags- und Landtagsabgeordnete (darunter Tabea Rößner, B90Grüne, Josef Oster CDU, Nicole Westig FDP, Marc Ruland SPD u.a.), zahlreiche kommunale Vertreter auch von der Mosel sowie natürlich die Bahnlärminitiativen.

Das ist ein Meilenstein. Denn bisher verfügte nur der Welterbeteil des Rheines Koblenz-Bingen über ein überörtliches Gremium aus Bürgerinitiativen, Bundespolitikern, Kommunalpolitikern sowie der Bahn (“Beirat Leiseres Mittelrheintal”). Wenn unser Aktionsbündnis nach den Sommerferien erstmals tagen wird, ist Lärmschutz an der Mosel damit auch auf oberster Ebene Gegenstand von Diskussionen.Verbesserungen im Lärmschutz werden damit über kurz oder lang auch unserem schönen Tal zuteil werden. 

Die Ziele des neuen Bündnisses, so wie sie heute beschlossen wurden:

– Gleichbehandlung in Sachen Bahnlärmreduzierung im gesamtem Mittelrhein- und Moseltal

– die Schaffung rascher und wirksamer Maßnahmen zur Bahnlärmreduzierung unter vergleichbaren Bedingungen

– die Gewährleistung eines sicheren Schienenverkehrs insbesondere bei Ortsdurchfahrten mit Gefahrgütern

– die zeitnahe Ertüchtigung von Alternativtrassen im In-und Ausland zur Entlastung des gesamten Mittelrhein- und Moseltals

– den sofortigen Planungsbeginn zum Neubau einer Gütertrasse zur Entlastung des gesamten Mittelrhein- und Moseltals

11.02.2019 Pressemitteilung

07.02.2019 Unglück in Unkel/Rhein zeigt gravierende Sicherheitsmängel im Güterverkehr auf – unsere Fragen:

– Warum weiß ein Zugführer nicht, dass an seinem Zug Waggons brennen? Erst ein entgegenkommender Zugführer informierte ihn per Funk.

– Warum zieht der Zugführer den brennenden Zug mitten in bewohntes Gebiet, um ihn zu löschen?

– Warum weiß der Zugführer nicht, was für Güter er fährt?

– Warum weiß die Feuerwehr so lange nicht, was in den brennenden Waggons ist?

– Warum dauert es bis eine ganze Stunde nach Eintreffen der Feuerwehren, bis endlich die Oberleitung abgeschaltet wird und mit der Brandbekämpfung begonnen werden kann?

Was bisher noch nicht bekannt gemacht wurde:

– Was war das Baujahr des brennenden Waggons?

– Wann wurde die letzte technische Überprüfung durchgeführt, und von wem?

Hintergrund dazu:

Schienenfahrzeuge müssen nur alle sechs Jahre zur technischen Überprüfung (LKW jedes Jahr, bei Gefahrguttransport alle sechs Monate).

Schienenfahrzeuge werden von den Betreiberfirmen selbst überprüft (LKW und auch alle unsere Autos: unabhängige Prüfstellen). Weil außerdem automatische Prüfstellen (elektronisches Monitoring) an der Strecke nicht genutzt werden, fahren defekte Waggons bis zu sechs Jahre lang durch ganz Europa, bevor sie entdeckt werden. Oder sie ein Unglück verursachen.

Das Unglück in Unkel verdeutlicht, dass das System Güterbahn auch sicherheitstechnisch wie aus der Zeit gefallen ist. Auch an der Mosel kann -gefördert durch den desaströsen Zustand vieler Züge sowie ein jahrzehntelange Politik des Wegschauens- jederzeit ein katastrophales Unglück geschehen.

Wir brauchen die Bahn- aber sie muss modern und sicher werden!